Gehirn und Nerven

Schädel-Hirn-Trauma
Ein Schädel-Hirn-Trauma (SHT) oder  Schädelhirnverletzung ist in der Regel Folge einer äußeren Gewalteinwirkung auf den Schädel, z. B. durch einen Schlag oder einen Sturz. Dies kann zu einer Verletzung des knöchernen Schädels, der Hirnhaut oder des Gehirns mit einer lokalen bzw. diffusen Einblutung ins Hirngewebe selbst oder einer Einblutung in den Schädelinnenraum führen. Dazu zählen unter anderem die Hirnkontusionsblutung, das Epiduralhämatom und das Subduralhämatom. Diese Verletzungen erfordern durch einen Anstieg des  Druckes im Schädelraum mit zunehmender Bewusstseinsstörung häufig eine operative Behandlung entweder in Form einer Kraniotomie (Eröffnen des Schädels) und Ausräumen der Blutung oder einer Bohrlochtrepanation und Anlage einer Hirndruckmesssonde zur Überwachung und Behandlung des erhöhten Hirndruckes.

Ein epidurales Hämatom (EDH) in Folge einer Kopfverletzung (sog. Schädel-Hirn-Trauma oder SHT) ist eine Einblutung in den Raum zwischen dem knöchernen Schädel und der harten Hirnhaut. Diese Blutung tritt in einer Häufigkeit von 1 bis 3% der SHT auf, Männer sind 4 Mal häufiger betroffen. Ein  EDH erfordert grundsätzlich eine rasche operative Behandlung.

Ein akutes subdurales Hämatom (SDH) ist eine frische Einblutung in den Raum zwischen der harten Hirnhaut und der Hirnoberfläche. Diese Blutung hat eine Häufigkeit von etwa 10% aller schweren SHT und muss häufig durch eine sofortige Operation behandelt werden.

Hirnkontusionsblutungen sind lokale oder diffuse Einblutungen ins Hirngewebe selbst. In der CT-Diagnostik bei Patienten mit schwerem SHT finden sich in bis zu 60% der Fälle Kontusionen und traumaische Hirnblutungen, von denen in der Ausprägung der Symptomatik wie auch im zeitlichen Verlauf etwa zwei Drittel operativ behandelt werden müssen.


Spontane Hirnblutung
Unter einer spontanen Hirnblutung versteht man im allgemeinen eine Blutung im Schädelinneren ohne äußere Gewalteinwirkung. Die Ursachen sind vielfältig wie ein Bluthochdruck, nach einem Hirninfarkt oder durch eine Gefäßmißbildung (Aneurysma, Angiom). Da sich der knöcherne Schädel bei Erwachsenen nicht ausdehnen kann, können Hirnblutungen allgemein durch ihr zusätzliches Volumen und ihre raumfordernde Wirkung zu einem akuten Anstieg des Hirndrucks mit klinischen Zeichen erhöhten Hirndrucks wie Kopfschmerz, Übelkeit, Erbrechen, Bewusstseinsverlust oder Abhängig von der Lokalisation zu einer Halbseitenlähmung, Sprachstörung, Sehstörung usw. führen. Ein erhöhter Hirndruck kann sich auch durch Einbruch der Hirnblutung ins Ventrikelsystem (Hirnwasserräume) mit akutem Hydrozephalus (Liquoraufstau) entwickeln.

Operativ werden Hirnblutungen durch eine Kraniotomie (Eröffnen des Schädels), Entfernen der Blutung und Blutstillung behandelt. Beim Ventrikeleinbruch mit akutem Hydrozephalus ist eine vorübergehende Drainge des Hirnwassers nach außen erforderlich.


Hirntumore
Meningeome sind meist langsam wachsende gutartige Hirntumore, die im engeren Sinne nicht vom Hirn selbst, sondern von der Hirnhaut ausgehen und durch ihr Wachstum das Hirn verdrängen. Sie können aber auch im Bereich des Rückenmarks wachsen. Betroffen sind Menschen im mittleren und höheren Lebensalter, wobei der Anteil an Frauen überwiegt. Je nach ihrer Lokalisation können diese Tumore zu unterschiedlichen Symptomen führen. Sie können aber durch ihr langsames Wachstum auch über mehrere Jahre unbemerkt bleiben. Radiologisch werden diese Tumore entweder durch ein CT oder ein MRT des Kopfes diagnostiziert. Die Symptome können sein u.a. Wesensänderung, Gedächtnisstörung, Kopfschmerz, Übelkeit, Erbrechen, Krampfanfall, Sehstörung, Sprachstörung oder Lähmungen. Die Symptome bilden sich in der Regel nach der operativen Entfernung des Tumors zurück.

Malignes Gliom oder Glioblastom ist ein bösartiger Hirntumor des mittleren und höheren Lebensalters. Glioblastome sind im Kindesalter sehr selten.

Symptomatisch werden diese Tumore u. a. durch einen erstmaligen Krampfanfall, eine Wesensänderung oder eine zunehmende Halbseitenlähmung. Weitere Symptome können entweder bedingt durch eine allgemeine Hirndrucksteigerung Kopfschmerz, Übelkeit, Erbrechen oder, abhängig von der Tumorlokalisation, eine Seh- oder Sprachstörung sein.

Am besten lassen sich diese Tumore in einem Kernspintomogram des Schädels nachweisen. Auffällig ist immer ein starkes Hirnödem (Ansammlung von Gewebeflüssigkeit) um den Tumor.

Die Indikation zur Operation wird in Abhängigkeit vom Alter und Allgemeinzustand des Patienten sowie von der Tumorausdehnung gestellt. Ergänzend zu der operativen Therapie sind die Strahlungstherapie oder die kombinierte Radio-Chemotherapie.


Nerventumore
Neurinome oder Schwannome sind in der Regel gutartige Nerventumore, die im Bereich des zentralen Nervensystems von Hirnnerven und Rückenmarksnerven und im Bereich des peripheren Nervensystems von den einzelnen peripheren Nerven ausgehen. Sie haben ihren Ursprung nicht von den Nerven selbst, sondern von den die Nervenfaser umhüllenden Zellen, sogenannten Schwann-Zellen. Durch ihr verdrängendes Wachstum verursachen sie meist anfänglich Schmerzen oder Gefühlsstörungen und später Lähmungserscheinungen der betroffenen Nerven.

Therapie der Wahl ist die mikrochirurgische Operation mit Entfernen des Tumors.