Hygiene

Mikroben haben es schwer in Feuchtwangen und Dinkelsbühl

Seit Anfang 2011 gibt es eine neue Hygieneverordnung der bayerischen Staatsregierung.
Nicht nur deswegen ist die Hygiene im Krankenhaus von besonderem Interesse.
Viele Vorgaben der bayerischen Hygieneverordnung sind schon seit vielen Jahren in den Kliniken Feuchtwangen und Dinkelsbühl umgesetzt.

So werden gezielt Vorsorgeuntersuchungen bei Patienten durchgeführt, um antibiotikaresistente Keime zu erkennen. Das sind Krankenhauskeime, die auf gängige Antibiotika nicht mehr reagieren und nicht mehr oder nur schwierig therapierbar sind.

Beispielhaft sei hier der Keim Staphylococcus aureus (MRSA) genannt, der mit dem Antibiotikum Methicillin nicht mehr beherrscht werden kann. Aufgrund dessen wird bei vielen Situationen in unseren Kliniken eine Vorsorgeuntersuchung (Screening) durchgeführt. Zum Einen will man beim Patienten vor oder bei der Aufnahme erkennen, ob sie diesen Keim mitbringen und durch Sanierungsmaßnahmen ein höheres Infektionsrisiko zu vermeiden. Andererseits will man Patienten, die diesen Keim mit sich führen, isolieren. Damit vermeidet man die weitere Verbreitung des Keimes und ggf. die Ansteckung bei anderen Patienten. Für gesunde Angehörige sind derartige Keime in der Regel nicht gefährlich und somit müssen auch zu Hause keine besonderen Maßnahmen ergriffen werden.

Ein besonderes Augenmerk gilt natürlich auch anderen Infektionskrankheiten, wie z.B. Durchfall durch Noroviren und Influenza. Für alle Infektionen haben die Kliniken Feuchtwangen und Dinkelsbühl spezielle Arbeitsabläufe und Richtlinien erarbeitet. In allen Fragen der Krankenhaushygiene werden die ANregiomed-Kliniken von der Krankenhaushygienikerin Dr. Frauke Albert vom MVZ Labor Limbach beraten. Ebenso unterstützt uns die Fachärztin für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie bei Antibiotikaempfehlungen und der Bearbeitung der aktuellen Hygienepläne.
Auch das vielfach geforderte, gezielte Antibiotikamanagement (Antibiotic Stewardship) wird durch die Arbeit des Anästhesisten und ausgebildeten Pharmazeuten Dr. Böcker umgesetzt. Er berät die ärztlichen Kollegen regelmäßig bei der sachkundigen und vernünftigen Verabreichung von Antibiotika. Mit dieser Fachkunde werden Antibiotika sehr gezielt und kalkuliert eingesetzt und damit Resistenzen vermieden. Ganz nebenbei gibt es dadurch auch weniger Nebenwirkungen und Allergien.

Darüber hinaus verfügen die Kliniken Dinkelsbühl und Feuchtwangen mit Frau Eva Scheefer schon seit vielen Jahren über eine ausgebildete Fachschwester für Hygiene. Sie sorgt für die Umsetzung der aktuellen Hygienerichtlinien, aber auch für die permanente Schulung aller Fachbereiche in diesen Fragen.

Trotz all dieser Bemühungen wird es nie gelingen Krankenhausinfektion 100%ig zu vermeiden. Hier gilt es auch anzumerken, dass die meisten Keime, die zu einer Krankenhausinfektion führen, aus dem Keimspektrum des Patienten selbst stammen, z. B. Haut  und Darm. Problematische Keimspektren finden sich insbesondere bei älteren Erkrankten, bei Patienten mit vielen Nebenerkrankungen oder chronischen Erkrankungen, wie dem Diabetes.

Durch diese vielen Maßnahmen im Bereich der Hygiene ist es uns in den letzten Jahren gelungen, die Resistenzraten in den Kliniken sehr niedrig zu halten. Das heißt, die Rate der Keime, die gegen Antibiotika nicht mehr empfindlich sind. Als Maßstab wird hierfür im Allgemeinen das Auftreten von Infektionen bei multiresistenten Staphylococus aureus (MRSA) genommen. Hier liegen die Raten in den Kliniken Dinkelsbühl und Feuchtwangen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt (12-15% vor Ort gegenüber 20-25% im Bundesdurchschnitt).

klinik ansbach