Babyboom in Ansbach

Der zweite Weihnachtstag bescherte dem Klinikum die 900. Geburt des Jahres

Die Spannung stieg schon seit Mitte Dezember: Schaffen wir dieses Jahr 900 Geburten? So lautete die Frage, die das geburtshilfliche Team im Klinikum Ansbach von Tag zu Tag mehr beschäftigte, nachdem schon 850 Entbindungen zu verzeichnen waren und der Trend sich ungebrochen fortsetzte. Am 26. Dezember um 9:42 Uhr war dann die magische Zahl erreicht: Die kleine Sophia Musca Midori erblickte das Licht der Welt und konnte im Geburtenbuch unter der laufenden Nummer 900 eingetragen werden. Eine kleine Sensation für den Kreißsaal, denn die geburtenstarken Jahrgänge mit 900 bis 1000 Entbindungen liegen über 20 Jahre zurück.

Doch seit einigen Jahren ist im Klinikum Ansbach wieder ein stetiger Anstieg der Geburten zu verzeichnen. So waren es vor fünf Jahren 668, die 700er Marke wurde 2011 geknackt, 2012 die 800, und nun eben die 900. Werden es 2015 sogar 1.000? „Auf jeden Fall sind wir optimistisch, dass die Zahlen weiter steigen“, sagt dazu Oberärztin Dr. Annette Lechler, die für den Bereich der Geburtshilfe in der Frauenklinik verantwortlich ist. „Der Sicherheitsaspekt wird für die werdenden Eltern immer wichtiger, und da sind wir hier als perinatologischer Schwerpunkt bestens aufgestellt.“ Ein wesentlicher Sicherheitsfaktor sei auch die Kinderstation „Wald“. Dank dieser Dependance der Cnopf’schen Kinderklinik können Frühgeburten bereits ab der 33. Schwangerschaftswoche in Ansbach betreut werden, und kranke Neugeborene kommen sofort in neonatologische Betreuung. „Hinzu kommt, dass wir mit Ärzten, Hebammen, Kinder- und Krankenschwestern ein gut eingespieltes und harmonisches Team bilden. Das spüren die Mütter, und das gibt ihnen Vertrauen und Sicherheit“, so Dr. Lechler. Hebamme Kathrin Bauer sieht das genauso. Ein wenig Sorge bereitet ihr und ihren Kolleginnen in der Hebammenpraxis „Bauchgefühl“ nur das Nachwuchsproblem in den eigenen Reihen: „Wir suchen dringend Kolleginnen! Wer sich für diesen schönen Beruf interessiert, sollte mit uns Kontakt aufnehmen.“

Stationsärztin Dr. Katalin Somogyi und Kathrin Bauer haben die 900. Geburt mit betreut und freuen sich, dass Sophia und ihre Mama Diana Musca Midori gesund und wohlauf sind. Für die junge Mutter aus Ansbach war es die zweite Entbindung, zuhause bei Papa wartet ihr kleiner Sohn auf das neue Schwesterchen. Sophia selbst zeigt sich wenig beeindruckt von dem Aufsehen, das sie mit ihrer Geburt erregt hat. Schlafend in den Arm ihrer Mama gekuschelt bekommt sie gar nicht mit, wie Dr. Annette Lechler dieser einen Blumenstrauß zur Feier der 900. Geburt überreicht.